Demmin: Polizei hofiert Neonazis

08052014_demmin7Erfolgreiche Mobilisierung

Der 8. Mai 2014 ist vorbei und damit auch der siebte Neonaziaufmarsch in der Peenestadt Demmin. Trotz unserer durchaus erfolgreichen Mobilisierung von Antifaschist_innen nach Demmin und einigen Blockaden auf der Marschroute, konnten die Neonazis ihre komplette Strecke laufen. Das aber haben sie allein der Polizei zu verdanken, die den Faschisten mit völlig unverhältnismäßigen Mitteln die Route frei prügelte. Dabei gab es zahlreiche verletzte Antifaschist_innen. Ein Genosse wurde von vermummten Gewalttätern der Schweriner Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit so sehr malträtiert, dass er bewusstlos ins Greifswalder Uniklinikum eingeliefert und dort zunächst ins künstliche Koma versetzt werden musste. Mittlerweile ist der Genosse aber wieder auf dem Weg der Genesung.

Straftatenpropaganda

Über eine Bewertung der Vorgänge in Demmin werden wir uns in absehbarer Zeit mit unseren Bündnispartnern austauschen. Festzuhalten ist jedoch, dass die Polizei und hier insbesondere die BFE MV mit unglaublicher Brutalität und Menschenverachtung gegen friedliche Antifaschist_innen vorging. Es gab zu keiner Zeit Angriffe auf Polizeibeamte. Anderslautente Darstellungen, wie beispielsweise aus dem Innenministerium MV, sind falsch. Auch zahlreiche bürgerliche Medien haben die polizeilichen Propagandameldungen ungeprüft übernommen. Zudem hat die Polizei die Neonazis an diesem 8. Mai regelrecht durch Demmin hofiert und hat dabei immer wieder gegen die Pressefreiheit verstoßen.

Einige Berichte engagierter Reporter_innen, in unterschiedlichen Medien, geben allerdings einen guten Überblick über das, was sich am Donnerstag in Demmin abspielte.

Netz gegen Nazis, Endstation Rechts, Nordkurier, Kombinat Fortschritt, Zeit BlogJunge Welt, Neues Deutschland

Die Gruppen Demmin Nazifrei und Greifswald Nazifrei haben bereits Pressemitteilungen zum Tag veröffentlicht.

Antifaschismus: Unser Kampf!

Nach den skandalösen Vorgängen am 1. Mai in Rostock, ist der Demminer Neonaziaufmarsch bereits der zweite innerhalb kürzester Zeit in Mecklenburg-Vorpommern, den die Polizei mit Macht gegen eine deutliche Überzahl an Gegner_innen versucht durchzusetzen. Die Konsequenz daraus kann nach wie vor nur sein, dass der Kampf gegen Neonazis nicht dem Staat überlassen werden darf. Wir müssen den antifaschistischen Kampf selbst organisieren. Der Staat ist kein Antifaschist!

Wir wünschen allen verletzten Genoss_innen gute Besserung und danken allen die unserem Aufruf nach Demmin gefolgt sind. Wer Post von Polizei oder Staatanwaltschaft bekommt, wendet sich bitte unverzüglich an die Rote Hilfe Strukturen in Greifswald oder Rostock.

Fest steht, wir werden auch 2015 wieder nach Demmin mobilisieren und gegen den Aufmarsch aktiv werden!

Unmut äußern

Gelegenheit dem Unmut über den brutalen und zynischen Einsatz der Polizei gegen Antifaschist_innen am 1. und 8. Mai in Mecklenburg-Vorpommern Gehör zu verschaffen, wird es schon am kommenden Mittwoch geben. Das Bündnis Rostock Nazifrei! ruft zu einer Kundgebung unter dem Motto „1. Mai Rostock nazifrei – Zivilcourage unter Generalverdacht?“ auf. Die Kundgebung beginnt um 15 Uhr auf dem Neuen Markt.

Fotos vom 8. Mai in Demmin:

Sören Kohlhuber

Hans Schlechtenberg

Michael Eulenbrink

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