Straßenbahn für alle! – Kundgebung

Plakat_A3Vor ein paar Tagen stand es in der Zeitung, die Rostocker Straßenbahn AG will wieder einmal die Preise erhöhen. Um mindestens 5% soll 2015 verteuert werden und Student_innen wird es wohl noch kräftiger treffen. Natürlich sollen sich damit einhergehend auch die Preise im gesamten Verkehrsverbund Warnow erhöhen. Zu recht gab es bereits erste Kritik von Sozialverbänden. Doch bei leisem Widerspruch wollen wir es nicht belassen. Wir wollen gegen die ständigen Fahrpreiserhöhungen auf die Straße gehen.

Kommt am Mittwoch, den 10. September,  um 16 Uhr auf den Doberaner Platz!

Aufruf:

2 Euro sind zu viel – Straßenbahn für alle

2 Euro, so teuer soll sie werden, die einfache Fahrt in Rostock. Für uns ist damit die Kotzgrenze erreicht. Was die RSAG ganz frech Fahrpreisanpassung nennt, ist nichts anderes als eine Preiserhöhung. Wenn denn wenigstens alles auch um 5% besser werden würde, aber nichts dergleichen: weder steigen die Löhne der RSAG Mitarbeiter_innen, noch fahren die Straßenbahnen schneller oder häufiger. Stattdessen werden fragwürdige Investitionen getätigt und neue Straßenbahnen für 37,6 Mio Euro angeschafft, die postwendend auf die Preise umgelegt werden. Dafür könnten selbst zum aktuellen Preis von 1,90 alle Leute ein halbes Jahr umsonst fahren!

Ob wir zur Schule müssen, zum Garten wollen, oder zur Arbeit, wir sind alle auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Eine Erhöhung quer durch alle Tarife führt uns nur zu deutlich vor Augen, dass wir uns in Zukunft gut überlegen müssen, welches Vergnügen wir uns noch leisten können. Und es ist kein Zufall, dass die Fahrpreiserhöhung diejenigen trifft, die von steigenden Mieten und mickrigen Löhnen sowieso an den Rand der Stadt verdrängt werden. Der Ausschluss von der Teilhabe am Leben in der Stadt macht sich nicht nur an Fahrpreisen fest. Aber während die Mieterhöhung still und heimlich den einzelnen Menschen zugemutet wird, trifft die Fahrpreiserhöhung alle und zwar gleichzeitig und täglich. Auf dem Weg zur Schule, in den Garten oder zur Arbeit.

Und das alles, obwohl die RSAG zu 100% der Stadt gehört und das heißt, dass alle Entscheidungen politisch getroffen werden. Der ÖPNV wird sowieso zum Großteil aus Steuermitteln finanziert, wenn dann auch noch die Fahrpreise absurd hoch sind, müssen wir das Kind beim Namen nennen: doppelte Abzocke. Eine Sache, die also im Wesentlichen schon von allen bezahlt wurde, wird von der Politik durch die hohen Fahrpreise ad absurdum geführt. Wir, die wir auf den ÖPNV angewiesen sind, werden durch die Fahrpreiserhöhung also politisch gewollt in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und vom politischen, kulturellen und öffentlichen Leben ausgeschlossen.

Auch wenn die Stadt das so nicht sehen will, mit der symbolische Marke von zwei Euro, ist für uns der Zeitpunkt zum Handeln gekommen. Denn es ist klar: Wenn die Bürgerschaft augenscheinlich nicht im Interesse der meisten von uns handelt, dann bauen wir politischen Druck auf. Und zwar so lange, bis die Straßenbahn wieder für uns alle erschwinglich ist.

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