Refugeekundgebung in Güstrow!

11067124_838566536192587_7874627267388506554_nAn diesem Samstag wollen Refugees in Güstrow auf die Straße gehen, um für die Verbesserung ihrer Lebenssituation in der Stadt zu demonstrieren. Sie wollen sich in ihrer Stadt einbringen und fordern, dass ihnen dazu von der Verwaltung und den Bürger_innen auch die Chance gegeben wird.  Sie verlangen als vollwertige Mitglieder am öffentlichen und sozialen Leben in Güstrow teilhaben zu können.

Güstrow ist nicht das erste mal Ziel antirassistischer Proteste. Bisher haben vor allem die Refugeeunterstützer_innen Aktionen in der Stadt durchgeführt. Umso begrüßenswerter finden wir es, dass sich, trotz der rassistischen Stimmung und den umtriebigen Neonazis, Refugees organisieren, um ihre eigenen Forderungen in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Für Antifas, Kommunist_innen oder Refugeesupporter_innen kann es nur heißen diese Aktion solidarisch zu unterstützen und in die Barlachstadt zu fahren. Die Kundgebung am Samstag beginnt um 13.30 Uhr am Rathaus in Güstrow.

Aufruf der Refugees:

„Wir wollen Frieden und Glück“ – Aufruf zur Flüchtlingskundgebung für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus

30.05.2015 // 13:30 Uhr // Rathaus – Güstrow

Wir, eine Gruppe Güstrower Flüchtlinge, haben uns zusammengeschlossen, weil wir nicht länger am Rand stehen wollen, während über uns und unsere Situation geredet wird. Im Gegenteil, wir wollen mitreden und die Situation der Flüchtlinge in Güstrow aus unserer Sicht schildern und mithelfen, diese zu verbessern.

Seit fast zwei Jahren sind Flüchtlinge in Güstrow untergebracht. Rassismus ist Alltag für uns in Güstrow. Immer wieder gibt es Demonstrationen neonazistischer Gruppen und Parteien gegen uns. Sie versuchen mit rassistischen Parolen in der Bevölkerung Stimmung gegen uns zu machen. Immer wieder werden wir auf der Straße und in Geschäften rassistisch beschimpft oder sogar bedroht. Aber auch bei Behördengängen wird uns oft kein Respekt und Vertrauen entgegen gebracht. Das alles führt dazu, dass viele von uns sich in Güstrow nicht glücklich und sicher fühlen.

Aus diesem Grund wollen wir am 30.05.2015 ein klares Signal gegen Rassismus und für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller Güstrower und Güstrowerinnen setzen.

Wir wünschen uns ein sicheres und friedliches Leben in Deutschland. Wir sind bereit, uns auch als Bürger und Bürgerinnen Güstrows einzubringen, aber wir fordern von der Politik und der Bevölkerung, dass uns die Chance gegeben wird, am öffentlichen und sozialen Leben als vollwertige Mitglieder teilzunehmen.

Wir wollen Deutsch lernen, eine Ausbildung machen oder eine Arbeit finden. Die Gesetze und die vielen Einschränkungen im Alltag lassen das aber derzeit nicht zu. Viele von uns werden krank durch die fehlende Privatsphäre, die ungewisse Perspektive und Aufgabenlosigkeit sowie die oft traumatischen Erfahrungen in unserer Heimat und auf der Flucht. Um hier anzukommen und unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, haben wir folgende Forderungen aufgestellt:

Wir fordern für alle Geflüchteten in Güstrow:

# Ein klares Bekenntnis der Stadt zu den Flüchtlingen

# Internetzugang in allen Heimen

# Mehr Platz pro Person in den Heimen (jedem von uns stehen nur 6 m² zu)

# Mehr Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen in den Heimen und für dezentrale Flüchtlinge

# Mehr professionelle und bezahlte Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Arztbesuche und Behördengänge

# Langfristig fordern wir Flüchtlinge in Wohnungen statt in Heimen unterzubringen

Wir fordern von der Regierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:

# Schnellere Bearbeitung der Asylverfahren (oft Wartezeiten bis zum Anhörungstermin von über 9 Monaten)

# Dass von jedem, der in Deutschland Asyl sucht, die Fluchtgründe angehört werden und ein Ende des Dublin-Systems

# Keine Abschiebungen – ob innerhalb der EU oder in unsere Herkunftsländer

# Besserer Zugang zu Arbeit/Ausbildung/Praktika

# Eine gleichwertige medizinische Versorgung

# Deutschkurse für alle vom ersten Tag an

# Einfacherer und schnellerer Familiennachzug

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