Antifa-aufruf zur Refugeekundgebung

11067124_838566536192587_7874627267388506554_nBei Defiant Antifa Greifswald ist ein Aufruf zur Kundgebung von Refugees am kommenden Samstag in Güstrow erschienen. Dem Aufruf können wir uns anschließen und lassen ihn euch hier ebenfalls zuteil werden. Kommt am Samstag nach Güstrow und unterstützt die Refugees bei ihrer Kundgebung!

Demonstration der Refugees aus Güstrow

Aufruf zur solidarischen Teilnahme

In den vergangen Monaten ist es in der mecklenburgischen Kleinstadt Güstrow immer wieder zu rassistischen Anfeindungen, Kundgebungen und Demonstrationen gekommen. Federführend wirkte dabei der NPD-Kreistagsabgeordnete Nils Matischent. Nachdem die örtlichen Kameraden bereits im Herbst 2014 mit immer den gleichen Kundgebungen geistige Brandstiftung betrieben haben und zu einer Demonstration am 18. Oktober 2014 etwa 100 Rassist*innen mobilisieren konnten, plante der regionale Ableger von „PEGIDA”, damals noch „ROGIDA”, einen Aufmarsch Anfang Dezember. Dieser erste Versuch war ein Desaster. Unzurechnungsfähige Neonazis verschreckten angereiste rassistische Bürger*innen. Was in Güstrow begann, konnte sich später in Stralsund und Schwerin als „MVGIDA” konsolidieren und dabei zeitweise Mobilisierungserfolge erzielen. Für die Güstrower Schlägerbande um Matischent und etliche weitere Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern eine willkommene Gelegenheit sich den gemeinen, bürgerlichen Rassist*innen anzubiedern.
Während „MVGIDA” nach und nach an Fahrt verlor, wurde in Güstrow unablässig weiter gehetzt. Müßig wäre es, all die kleinen Kundgebungen aufzuzählen, zu erwähnen ist aber die Demonstration vom 21. März 2015, welche erneut über 100 rassistisch motivierte Menschen auf die Straße brachte und sich unter allseits bekannten neonazistischen Parolen durch die Stadt wälzte.
Gleichzeitig versuchten Matischent und Kameraden eine rassistische Bürgerwehr zu etablieren, rotteten sich zusammen und zogen an verschiedenen Abenden bewaffnet durch die Straßen. An diese Erfolge anknüpfend, probte „MVGIDA” einen Monat später ein letztes Aufbäumen und kehrte in die Barlachstadt zurück. Dort zerbrach die Bewegung jedoch am Widerstand eines Bündnisses aus verschiedenen Akteuren, die geeint waren durch das Ziel, sich mit den Betroffenen der rassistischen und neonazistischen Mobilmachung zu solidarisieren. „MVGIDA” hat danach nur noch einen letzten Auftritt in Schwerin und auch um die Neonazis in Güstrow ist es ruhig geworden. Durch couragiertes Handeln, langen Atem und wiederkehrende Intervention ist es gelungen, den rassistischen Umtrieben Grenzen zu setzen. Dies darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Probleme nicht gebannt sind. Eine Eindämmung bedeutet keine Lösung und die Rassist*innen sind genauso gefährlich wie zuvor.

Daher ist es umso mehr zu begrüßen, dass die Betroffenen der rassistischen Stimmungsmache und Gewalt sich nun selbst zu Wort melden und auf ihre Belange aufmerksam machen. Am 30. Mai 2015 rufen Geflüchtete aus den Unterkünften in Güstrow zu einer Kundgebung um 13.30 Uhr am Rathaus in Güstrow auf. Anschließend wird es eine Demonstration bis zur Asylsuchendenunterkunft in der Südstadt geben. Dort erwartet die Teilnehmenden der Demonstration und alle weiteren Interessierten ein Infonachmittag. Ziel der Aktionen ist es, auf die Situation geflüchteter Menschen in Güstrow aufmerksam zu machen und einen Austausch zwischen den Asylsuchenden und der weißen Mehrheitsgesellschaft anzustoßen.

Wir rufen hier als AntirassistInnen und AntifaschistInnen dazu auf, nach Güstrow zu fahren und die von Rassismus Betroffenen zu unterstützen. Das Bewusstsein, einer privilegierten, weißen Mehrheitsgesellschaft anzugehören, muss den Anspruch zur Folge haben, diese Privilegien zu hinterfragen und gleichzeitig zu nutzen, um denjenigen zur Seite zu stehen, die im kapitalistischen System als erstes durch die Maschen des sogenannten sozialen Netzes fallen.
Es ist wichtig, sich den Aufbegehrenden solidarisch zur Seite zu stellen. Die, durch das kapitalistische System verursachten, sozialen Risse können nicht durch Nationalismus und Rassismus geschlossen werden. Eine Beantwortung sozialer Fragen mit nationaler und rassistischer Argumentation darf nicht geduldet werden! Die einzige Antwort kann die Solidarität sein.
Lasst uns gemeinsam zur Demo der Refugees fahren und unsere Solidarität auf die Straße tragen.
Lasst uns aber auch in der Praxis solidarisch handeln. Nutzt die Angebote der Geflüchteten, euch zu informieren, redet mit den Menschen, vernetzt euch und haltet Ausschau nach Möglichkeiten die Leute sinnvoll zu unterstützen.

30.05.2015 | 13.30 Uhr | Rathaus Güstrow

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